Sommer in Bern: halbleere Mailbox, volle Aare, ein Plan für den Herbst.
Wie wir den August nutzen, wenn die Schweiz Ferien macht: weniger Calls, mehr Konzeptarbeit, eine Aareschwumm-Pause vor dem Mittag. Und ein paar Gedanken zur Frage, ob Agenturen im Sommer wirklich «runterfahren» müssen.

Von Liv Schläfli
Inhaberin, Digital & Content
Es gibt zwei Sorten Agenturen im August. Die einen schreiben «Wir sind ab Mitte August wieder für euch da» auf die Startseite und tauchen ab. Die anderen tun so, als ändere sich nichts, und brennen ihr Team aus, weil die Hälfte trotzdem in den Ferien ist. Wir machen weder das eine noch das andere.
Unser Sommer-Modus: Calls auf Vormittage konzentrieren, Nachmittage für Konzeptarbeit reservieren, eine fixe Aareschwumm-Pause kurz vor Mittag. Wer in den Ferien ist, ist wirklich weg, ohne Slack-Notfall. Wer in Bern ist, arbeitet entspannter und produktiver als im Mai.
Konkret August 2025: Roy zwei Wochen am Lago Maggiore, Aline eine Woche zuhause mit Büchern, die seit Mai herumlagen, Alex eine Woche in den Bergen, ich war in Bern und habe geschwommen. Suki hat die Aare nach wie vor verweigert, sie ist Beobachterin, keine Schwimmerin. Trotzdem ging in dem Monat ein Brand-Refresh live, drei Social-Strategien wurden geschrieben und zwei Offerten gewonnen.
Was funktioniert: weniger interne Meetings. Im August gibts nur noch den Montag-Family-Call, sonst alles asynchron. Klingt nach wenig, fühlt sich aber nach 30 Prozent mehr Zeit an.
Was nicht funktioniert: pretenden, dass alle erreichbar sind. Wer in den Ferien ist, ist in den Ferien. Wir setzen für jede Kundin und jeden Kunden eine klare Vertretung pro Projekt, das spart Frust auf beiden Seiten.
Plan für den Herbst: zwei neue Branding-Projekte starten Anfang September, ein KI-Audit für eine grössere Kundin im Oktober, ein Workshop-Tag im November in Bern, gemeinsam mit zwei befreundeten Studios. Mehr dazu, wenn es soweit ist.
Und falls ihr gerade noch im Ferienmodus seid und über euer Q4 nachdenkt: schickt uns eine kurze Mail. Wir antworten nicht morgens um sieben. Wir antworten auch nicht aus dem Liegestuhl. Aber wir antworten innerhalb eines Tages, auch im August. Versprochen, nicht aus dem Liegestuhl, sondern vom Schreibtisch. Mit nassen Haaren maximal.
