Goldensheep, Family Business
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Atelier13. August 20265 Min Lesezeit

Zurück aus den Ferien, zurück auf die Website: der ehrliche August-Check.

Veraltete Öffnungszeiten, ein Angebot von letztem Frühling und ein Kontaktformular, das niemand mehr prüft: Im Alltag wird die eigene Website schnell unsichtbar. Unser kompakter Check für einen sauberen Start in den Herbst.

Roy Schläfli

Von Roy Schläfli

Creative Director, Strategie

Nach den Sommerferien passiert in vielen KMU dasselbe: Das Postfach ist voll, Projekte laufen wieder an und die eigene Website steht ziemlich weit unten auf der Liste. Sie funktioniert ja. Zumindest glaubt man das, weil sich niemand beschwert. Eine Website meldet sich allerdings nicht, wenn ihre Inhalte veraltet sind oder ein Formular ins Leere läuft.

Der August ist deshalb ein guter Moment für einen kurzen Realitätscheck. Kein Relaunch, kein grosses Strategieprojekt, sondern eine Stunde mit dem Handy in der Hand und dem Blick einer Person, die eure Firma noch nicht kennt. Öffnet eure Startseite und fragt euch: Ist innerhalb von fünf Sekunden klar, was wir anbieten, für wen und wie man uns erreicht?

Prüft danach die offensichtlichen Dinge, gerade weil sie so oft vergessen gehen: Stimmen Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Team, Öffnungszeiten und Angebote noch? Sind angekündigte Veranstaltungen längst vorbei? Wird eine Mitarbeiterin gezeigt, die seit Monaten nicht mehr im Unternehmen ist? Solche Details wirken klein, entscheiden aber darüber, ob ein Auftritt gepflegt und vertrauenswürdig erscheint.

Als Nächstes kommt der wichtigste Test: Stellt selbst eine Anfrage. Füllt das Kontaktformular auf dem Handy aus, sendet es ab und schaut nach, ob die Nachricht wirklich ankommt. Prüft auch die Bestätigung, die danach erscheint. «Vielen Dank für Ihre Nachricht» ist besser als eine weisse Seite, aber noch hilfreicher ist eine klare Information, wann und wie es weitergeht.

Schaut anschliessend auf eure drei wichtigsten Seiten. Bei den meisten Unternehmen sind das Startseite, Angebot und Kontakt. Lest sie nicht als Fachperson, sondern als Kundin oder Kunde. Versteht man die Begriffe ohne internes Wissen? Sind Preise, Abläufe oder Voraussetzungen dort erklärt, wo Fragen entstehen? Und gibt es auf jeder Seite einen sinnvollen nächsten Schritt?

Dann das Handy. Nicht nur kurz scrollen, sondern wirklich benutzen: Menü öffnen, Buttons antippen, Text lesen und ein Formular ausfüllen. Viele Websites wurden am grossen Bildschirm besprochen und abgenommen, obwohl der grösste Teil der Kundschaft sie mobil besucht. Was am Desktop elegant wirkt, kann auf zwölf Zentimetern Bildschirm erstaunlich mühsam werden.

Zum Schluss schaut ihr nicht nach Schönheit, sondern nach Aktualität. Zeigt die Website noch, wer ihr heute seid? Angebote entwickeln sich, Teams verändern sich und die Sprache einer Firma wird mit der Zeit klarer. Wenn der Auftritt noch die Version eures Unternehmens von vor drei Jahren erzählt, reicht manchmal schon eine gute Textüberarbeitung. Nicht jedes Problem braucht einen kompletten Neubau.

Schreibt alle Fundstellen in eine Liste und teilt sie in drei Gruppen: heute korrigieren, diesen Monat verbessern, später neu denken. Die erste Gruppe sollte in einer Stunde erledigt sein. Für die zweite plant ihr einen festen Termin. Die dritte ist kein Notfall, aber ein ehrlicher Hinweis darauf, was euer nächstes Website-Projekt leisten muss. Wenn ihr bei diesem Check einen zweiten Blick möchtet, schreibt uns. Wir sagen euch direkt, was dringend ist und was ruhig noch warten kann.