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Branding14. März 20265 Min Lesezeit

Brand-Refresh in sechs Wochen, ohne Drama.

Was ein Marken-Refresh wirklich braucht, damit er in sechs Wochen steht und nicht in sechs Monaten versickert.

Aline Schläfli

Von Aline Schläfli

Art Direction, Design

Ein Marken-Refresh wird oft so verkauft: ein Jahr Workshops, drei Phasen, ein 90-Seiten-Manual am Ende. Das Manual liest dann genau eine Person, einmal, am Tag der Übergabe. Wir machen das anders.

Woche 1: Wir hören zu. Ein 90-Minuten-Call, ein 30-Minuten-Call mit zwei Mitarbeitenden, drei Kundeninterviews. Wir lesen euer altes Manual, wir schauen eure Konkurrenz an. Kein Workshop mit Post-its.

Woche 2: Wir formulieren eine These. Eine Seite. «Eure Marke steht für X, aktuell wird sie als Y wahrgenommen, der Refresh soll Z erreichen.» Wenn wir uns hier nicht einig sind, machen wir nicht weiter, das spart allen Frust.

Woche 3 bis 4: Visuelle Richtung. Zwei klar unterscheidbare Routen. Keine fünf, keine Variationen einer einzigen Idee mit anderen Farben. Zwei echte Optionen, beide ehrlich umsetzbar.

Woche 5: Ihr entscheidet. Wir bauen die gewählte Route aus: Logo, Typografie, Farben, Bildwelt, Tonalität, ein paar Schlüsselformate.

Woche 6: Übergabe. Ein knappes Manual, das nicht eure Designerin überfordert. Plus ein einstündiger Roll-out-Call mit eurem Team.

Was wir vermeiden: Endlosschleifen, in denen Geschmack als Kriterium getarnt wird. Wir argumentieren mit Marke, Markt, Wirkung, nicht mit «mir gefällt das blauere Blau besser». Wenn euer CFO das blauere Blau will, schreiben wir das ehrlich ins Protokoll, samt Anmerkung, dass es eine Geschmacksfrage war. Spart in zwei Jahren die Diskussion, wer dafür verantwortlich war.