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Family Business14. Februar 20256 Min Lesezeit

Das Jahr ohne Liv: was eine Familienagentur aus 12 Monaten ohne ihre Inhaberin gelernt hat.

Ein paar Wochen nach Livs Rückkehr aus der Weltreise: was sich strukturell verändert hat, welche neuen Rollen geblieben sind, und warum wir nie wieder zur alten Aufstellung zurück wollen.

Roy Schläfli

Von Roy Schläfli

Creative Director, Strategie

Liv und Claudio sind seit gut sechs Wochen zurück in Bern, gelandet am 4. Januar 2025. Wir sitzen am ersten gemeinsamen Family-Call seit Anfang Dezember 2023 wieder zu viert vor den Bildschirmen. Es fühlt sich gut an. Und es fühlt sich anders an als vor 14 Monaten.

Ich, Roy, will hier kurz aufschreiben, was sich strukturell verändert hat, weil das oft die unterschätzte Geschichte ist. Reise-Storys gibts schon genug.

Vor 2024 war ich, je nach Projekt, der inoffizielle Senior, an dem alles vorbeiging. Liv war die Kundenstimme nach aussen, ich die kreative Stimme nach innen. Aline war für Visuals zuständig, Alex für alles Operative.

Während Livs Reise musste ich plötzlich auch Teile der Kundenkommunikation übernehmen. Aline hat Projekte selbständig geführt, die sie vorher nur unterstützt hat. Alex hat mit Bexio nicht nur Rechnungen geschrieben, sondern auch Offerten ausgehandelt, weil sie sowieso die Zahlen am besten kannte.

Was wir nach Livs Rückkehr beschlossen haben: wir gehen nicht zurück. Aline bleibt verantwortliche Lead bei drei Kundenprojekten, in denen sie sich bewährt hat. Alex bleibt Hauptansprechperson für alle Offerten. Liv übernimmt nicht mehr automatisch jeden Erstkontakt, sondern entscheidet projektweise.

Was das für euch als Kunde bedeutet: ihr kriegt schnellere Antworten, weil mehr Personen entscheidungsbefugt sind. Ihr kriegt manchmal Aline statt Liv im Erstcall, das ist kein Downgrade, sondern unsere bewusste Wahl, basierend darauf, wer für euer Projekt am besten passt.

Was es für uns als Familie bedeutet: Liv darf wieder wegfahren, ohne dass die Maschine ins Stottern kommt. Sie tuts vermutlich nicht gleich nochmal ein ganzes Jahr, aber drei Wochen Sabbatical pro Person und Jahr sind ab sofort fix eingeplant. Bezahlt, ohne Diskussion.

Das vielleicht grösste Learning: eine Familienagentur ist nur dann eine echte Agentur, wenn sie mehr als eine Stimme hat. Die Reise hat uns gezwungen, das ernst zu nehmen. Vier Stimmen, vier Perspektiven, am Ende ein gemeinsamer Plan, das ist die Aufstellung, die seither trägt.